Parteileben

Ehrung der März-Gefallenen am Ehrenmal in der Frankfurter Straße

Im Gedenken an die März-Gefallenen fanden sich Vertreter der Eisenacher SPD, der Partei „Die Linke“ und des DGB-Ortskartells am Ehrenmal in Eisenach, Frankfurter Straße ein, legten Blumengebinde nieder und gedachten der Ermordeten von vor über 90 Jahren. In kurzen Worten wurde am Ehrenmal an das einstige Geschehen und den aktuellen Bezug erinnert.

Im Vorfeld der Veranstaltung hatte Thomas Levknecht für die Eisenacher SPD  erklärt:

Die Opfer dieses Tages vor über 90 Jahren waren Zivilisten.

Unbewaffnete Bewohner der Eisenacher Weststadt.

Wohnhaft in der Frankfurter Straße, Katharinenstraße und vom Wolfgang.

Selbst böswillige Untersuchungen konnten den toten Eisenachern keine politischen Zugehörigkeiten nachweisen.

Was war geschehen an jenen Tagen?

Kaiserliches Militär, Monarchisten, Nationalisten und die Vertreter des deutschen Großkapitals, also die Eltern des Kaiserreiches, das Europa in den Abgrund des ersten Weltkrieges gestürzt hatte, wollten die junge deutsche Republik nach wenigen Monaten wieder mit Gewalt beseitigen.

Das Volk und  nicht die Arbeiterschaft rief den Generalstreik aus.

Rief auf, zum zivilen Ungehorsam gegen die Brutalität von Kriegswaffen und für den Erhalt der Republik und der ersten deutschen Demokratie.

So stellte sich auch hier, an dieser Kreuzung, eine unbewaffnete Volksmenge der bewaffneten Eskorte aus Polizei und Militär in den Weg. Mit Handgranaten und Gewehrschüssen bahnte sich dieser Trupp den Weg durch die Eisenacher Bevölkerung.

Man fühlte sich bedroht vom unbewaffneten Volk!

Man tat nur seine Pflicht, obwohl sie durch Eid und durch keine Regierung dazu ermächtigt waren, nur durch das selbstherrliche Monopol ihrer Waffengewalt.

Dass diese Täter für ihre Morde nie vor Gericht standen, wirft ein Bild auf den labilen politischen Zustand dieser ersten deutschen Republik.

Uns sollten diese fünf toten Eisenacher Bürger mahnen,

dass man allein mit Mitteln des Militärs und des Krieges keine innenpolitischen Probleme, keine gesellschaftlichen Probleme lösen kann. Nicht im damaligen Deutschland und auch heute nirgendwo auf der Welt.

Th. Levknecht

 

 

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